Was ist soziales Kompetenztraining?

Sozialkompetenz kann man zwar von Natur aus besitzen oder erworben haben – aber in den meisten Fällen nutzen Menschen ihre soziale Kompetenz nicht bewusst. Das, was bereits vorhanden ist, kann durch Übungen und Bewusstmachung verstärkt und anschließend gezielt eingesetzt werden. Das, was noch fehlt, wird trainiert und eingeübt. Kompetenztraining ist nicht nur im Rahmen psychotherapeutischer oder psychiatrischer Arbeit wichtig, sondern auch im Alltag. Die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Untergebenen kann durch Training sozialer Kompetenzen verbessert werden.

Was ist soziale Kompetenz und wofür ist sie wichtig?

Soziale Kompetenz ist darauf ausgerichtet, in Gemeinschaft mit anderen Menschen eine soziale Interaktion zu etablieren, die eine harmonische und fruchtbare Zusammenarbeit ermöglicht. Man spricht diesbezüglich auch von „social skills“. Der englische Begriff verdeutlich besser als der deutsche, dass es dazu vieler Eigenschaften und Fähigkeiten des Einzelnen bedarf. Es geht darum, Teamfähigkeit zu beweisen, aufeinander einzugehen, niemanden zu dominieren, durch Argumente zu überzeugen und so weiter. Soziale Kompetenz kann man durch Übungen befördern. Welche Fähigkeiten und individuellen Eigenschaften genau hilfreich sind, um soziale Kompetenz zu erreichen, ist nicht klar definierbar. Als Beispiele sind Toleranz, Geduld, Freundlichkeit, die Bereitschaft zur Anerkennung, die wertfreie Formulierung von Kritikpunkten oder emotionelle Intelligenz dazu zu rechnen. Durch soziales Kompetenztraining (SKT) lernen psychiatrische Patienten sowie Mitarbeiter eines Betriebes oder einer Arbeitsgruppe, wie man fruchtbare Zusammenarbeit oder ein harmonisches Zusammenleben in gegenseitiger Würdigung gestalten kann.

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Der Begriff „soziale Kompetenz“ im Wandel

Heutzutage benutzen die Psychiatrie oder Psychologie nicht mehr den Begriff „soziale Kompetenz“ als Messgrad dafür, wie behindert ein Mensch geistig ist. Diese Bewertung wird heute über den Intelligenzgrad oder andere Kriterien vorgenommen. Stattdessen haben sich Begriffe wie „soziale Kompetenz“ oder „emotionelle Intelligenz“ als Präzisierungen bisheriger Konzepte durchsetzen können. Dabei hat sich gezeigt, dass Trainer über soziales Kompetenztraining (SKT) Menschen an kompetentes Verhalten heranführen können. Jeder Mensch kann trainieren, wie er seine Verhaltensweisen an bestimmte Erfordernisse anpasst, persönliche Bewertungen in den Hintergrund rückt oder unterlässt, und stattdessen versucht, einen Sachverhalt objektiv zu betrachten. Das Ziel des SKT ist eine selbsteffiziente Stärkung von Mitarbeitern oder Patienten. Diese werden sich im Training ihrer naturgegebenen und erworbenen Fähigkeiten und Gaben bewusst. Die Trainingsgruppe erarbeitet sich durch Übungen weitere Kenntnisse. Teilnehmer erlernen verschiedene Verhaltensweisen, die Konflikte vermeiden oder entschärfen, Gefühle angemessen zum Ausdruck bringen oder Kritik sachlich vorbringen helfen. Dadurch werden Interaktionen mit anderen Menschen weniger von persönlichen Animositäten oder Konkurrenzsituationen bestimmt, sondern es geht allen um die gemeinsame Sache.

Welche Übungen sind im sozialen Kompetenztraining relevant?

Es geht im sozialen Kompetenztraining beispielsweise darum, wie man ruhig und ohne Angriffslust seine berechtigten Interessen gegenüber anderen auf eine angemessene Weise vertreten kann. Dazu gehört es auch, das man unberechtigte Forderungen eines beliebigen Gegenübers abweisen kann, ohne den anderen zu verletzen oder ins Unrecht zu setzen. Es geht beim SKT darum, seine Gefühle oder Bedürfnisse angemessen auszudrücken, ohne die anderer Menschen zu übersehen oder weniger wichtig zu nehmen. Seine Gefühle mit denen anderer in Einklang zu bringen und eine gemeinsame Haltung einzunehmen, kann durch entsprechende Übungen erarbeitet werden. Wer ein sympathisches Auftreten hat und auch fremde Menschen um einen Gefallen bitten könnte, hat Vorteile in sozialen Interaktionen. Vorgesetzte können zum Beispiel einen unfreundlichen und genervten Sachbearbeiter zu einem angemesseneren Verhalten bewegen, wenn sie ihm ein soziales Kompetenztraining verordnen. Das SKT kann über Vorträge, gemeinsam erarbeitete Szenarios aus dem Alltag und daraus entwickelte Rollenspiele ablaufen. Diese könnte man filmen. Die anschließende Analyse ist ein wichtiger Bestandteil der Übungen. Es wird im SKT beispielhaft verdeutlicht, welche Strategien erfolgreich und welche Verhaltensweisen in Interaktionen wenig effektiv sind.

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Was bewirkt soziales Kompetenztraining

Um soziales Kompetenztraining durchzuführen, sind verschiedene Ansätze möglich. Mit SKT kann eine Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikationsstrategien und ein besseres Betriebsklima erreichet werden. Auch in innerfamiliären oder anderen gruppenbezogenen Kontexten sind ähnliche Ziele erreichbar. Die Übungen dienen dazu, die eigene Kompetenz zu stärken und die anderer anzuerkennen. Dazu gehört eigentlich auch, seine eigene Motivation für bestimmte Verhaltensweisen zu verstehen. Ohne dieses Verständnis bleibt soziales Kompetenztraining ein rein oberflächliches Strategiespiel, das in Alltagssituationen von anderslaufenden oder widersprüchlichen Gefühlen unterlaufen werden kann. Um spürbare Verbesserungen der menschlichen Kommunikation und Interaktion zu erzielen, muss die SKT die Teilnehmer eines Trainings auch dazu anregen, sich über ihre Motive für abfällige Bewertungen, Desinteresse oder bestimmte Verhaltensweisen klar zu werden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem sozialen Kompetenztraining gemacht?