Endlich DGPPN bezieht Stellung

Die DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde) hat Stellung zu dem Referentenentwurf des BMJV zur Novellierung des Rechts der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gem. § 63 StGB bezogen.

Stellungnahme DGPPN

Besonders ist zu begrüßen, dass die DGPPN endlich den diskriminierenden Begriff (Schwachsinn) entfernen möchte. Es gibt tatsächlich in Deutschland Menschen, die mit der Begründung (Schwachsinn), in der Forensik sitzen. Endlich tut sich hier was. Ob das BMJV darauf eingeht, bleibt abzuwarten.

Die DGPPN möchte allerdings nicht, dass alle sechs Monate, ein Sachverständigengutachten des Patienten zu seiner Gefährlichkeit, erstellt wird. Die DGPPN befürchtet, dass sich der Patient nur noch auf das Gutachten vorbereitet und den Augenmerk, nicht mehr auf die Therapie richtet. Es soll nun nach Wunsch der DGPPN und des Gesetzgebers, alle drei Jahre ein externes Sachverständigengutachten geben.

Ich finde es Schade, dass die DGPPN und der Gesetzgeber erst jetzt mit Reformen anfangen. Schon 2013, als immer mehr Details aus dem Fall Mollath herauskamen, hätte man Anfangen können zu handeln. Das man zwischen der Spanne von sechs Monaten und drei Jahren, was die Sachverständigengutachten angeht, keinen besseren Kompromiss finden konnte, ist ebenfalls zu bedauern.

Was sagt ihr zu den geplanten Reformen in der Psychiatrie ?